Irrelevancia

Wir haben Meinungen.

Ihr nicht.

Zu Paywalls, zu Print, zu Rudi Fußi.

Zu allem.

Die tragen wir vor uns her.

Wie den Schrein der Scheißheiligkeit im Zimmerpflanzenbüro.

Und wenn wer eine andere trägt, dann gibt’s „Diskurs“.

Und wenn’s zu viel wird, dann wird „entfolgt“.

Und wenn wir dann noch Zeit haben, dann schreiben wir „Blogeinträge“.

Über „5 Tools zum Social Media Monitoring von Start Ups“, „Wie ich Instagram im Privatbereich nutze“, oder „Warum Content-Marketing nicht gleich Content-Vermarktung ist“.

Und glauben, dass das relevant ist.

Und wenn wir fertig sind, dann nennen wir es „Text“.

Und wenn es recht gescheit ist, dann ist es ein „kluger Text“.

Und den muss man auch teilen.

Und „Gebloggt:“ davor schreiben.

Und „Leseempfehlungen“ erhalten.

Und am Wochenende geh’n wir raus. Tun uns zusammen. Sperren uns weg.

Wenn keine Apple-Keynote ist.

Und reden.

Über „data visualization“, über „SEO“ und über das „Pro und Contra“ von „Klarnamenpflicht“ und „Native Advertising“ und das neue „Bezahlmodell“ aus Norwegen.

Und glauben, dass das relevant ist.

Und sorgen uns um die „Zukunft“. Die der „Branche“.

Dann „twittern“ wir Zitate.

Kluge natürlich.

Weil wir dort waren.

Und ihr nicht.

Und glauben, dass das der „Branche“ hilft. Und ihrer „Zukunft“.

Das Meinunghaben und das Bloggen und das Empfehlen und das Darüberreden und das Zitatetwittern.

Und das elitäre Buzzwordklempern.

Und übersehen dabei fast alles.

Was relevant wäre.

#twoff

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