Hast du schon die Neue von Mumford & Sons gehört?

Natürlich hab ich die gehört. Jeder hat die schon gehört. Och Gott, meine Mutter hat die schon gehört. Und enttäuschend fand ich sie, ja, ganz und gar schal und einfallslos fand ich sie.

Das Album heißt „Babel“, hat aber leider nichts von der getriebenen Aufgeregtheit der  namensgebenden, antiken Stadt. Schon der Aufreißer des Albums „I will wait“ desillusioniert dahingehend auf ganzer Linie. Statt künstlerischem Progress setzt man auf Hitpotenzial in der gewohnt süffigen IndieFolkRockCountry-Gewandung. Mumford eben. Weit weg jedenfalls von dem, was Bassist Ted Dwane noch im Dezember des Vorjahres für die neue Platte angekündigt hat. „Kind of like Nick Drake meets Black Sabbath“ sollte die Gangart sein; tja, da kann ich wohl noch lang drauf warten – but I will not.

„Ein erfolgreiches Album im Rücken hemmt dich nicht. Es bestärkt dich.“, sagt Frontmann Marcus Mumford. Haben ihn wohl ein wenig zu viel bestärkt, die acht Millionen verkauften Einheiten. Anders ist es nicht zu erklären, dass er sich mit seinen „Söhnen“ beim neuen Album „Babel“ derart verweigert, einen Schritt nach vorn zu machen. Sie bleiben auf der Stelle stehen, nun gut, springen vielleicht einmal halbhoch in die Luft über der Furche der Folkrock-Romantik, die sie mit dem ersten Album ausgeschert haben. Banjo, Bart und Bläser – never change a winning team, dazu Fiddle, Mandoline, Akkordeon – und das Mumford-Feeling ist perfekt.

Das Ausbleiben von musikalischem Weitergang würde aber nicht so schwer wiegen, wären die  neuen Songs wenigstens annähernd von der Güte ihrer Vorgänger. Wenn auch nur einer die Größe von „The Cave“ oder die frische Direktheit von „Little Lion Man“ erahnen ließe, man könnte unter Prämissen von einem gelungenen Nachfolger sprechen.  Doch leider versinkt die Platte von Song zu Song immer mehr im Mittelmaß, in Ödnis, im Berechenbaren.
Da hätten sie das Ding mal besser „Darmstadt“ genannt, oder „St. Pölten“ – würde diese Eintönigkeit jedenfalls besser beschreiben.

Wirken wird das Ganze allerdings zweifellos wieder wie Opium fürs Volk. Der Mensch hat einfach einen Hang zur Monotonie. Auch wenn sich das die junge, semi-hippe Fanschar das so niemals eingestehen würde. Sie lieben ihre „Söhne“ so wie sie sind, und zwar GENAU SO. Fortschritt? Sollen doch die anderen! Kein Wagnis, kein Risiko, lieber Nummer sicher: praktizierter Konservativismus – Mumford bleibt Mumford und wie er, so die Sons.

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